Allgemeine Infos
Kalifornien (englisch und spanisch California) ist der mit Abstand bevölkerungsreichste Bundesstaat der Vereinigten Staaten von Amerika. Er liegt im Westen des Landes und grenzt an den Pazifischen Ozean, Oregon, Nevada, Arizona sowie den mexikanischen Staat Baja California auf der gleichnamigen Halbinsel. Der offizielle Beiname Kaliforniens lautet „Golden State“ (Goldener Staat).
Hauptstadt: Sacramento
Staatsmotto: Eureka!
Fläche: 423.970 km²
Einwohner: 36.457.549 (2006) (86,0 E./km²)
Mitglied seit: 9. September 1850
Zeitzone: Pacific: UTC-8/-7
Höchster Punkt: 4.418 m (Mt. Whitney)
Durchsch. Höhe: 884 m
Tiefster Punkt: -86 m Death Valley
Gouverneur: Arnold Schwarzenegger (R)
Post / Amt / ISO CA / / US-CA
Herkunft des Namens
Die Herkunft des Namens California ist umstritten. Einer bekannten Hypothese nach existierte der Name bereits vor der Entdeckung bei den europäischen Eroberern als Idee: 1510 veröffentlichte der Spanier Garci Rodríguez de Montalvo einen Roman, in dem eine Insel voller Gold namens Kalifornien vorkommt, bewohnt von wunderschönen Amazonen, die von Königin Califia beherrscht werden. Als Hernán Cortés' Soldaten 1535 nach Baja California kamen, glaubten sie, es sei eine Insel, und benannten sie nach Montalvos Buch.
Auch eine Ableitung von spanisch La Caliente Fornella (Der heiße Ofen) wird diskutiert.
Geografie
Kalifornien liegt an der Nahtstelle zweier tektonischer Platten, der so genannten San-Andreas-Verwerfung, weshalb es in der gesamten Region häufig zu Erdbeben kommt.
Geografische Lage
Mit seiner Fläche von 411.000km² ist Kalifornien der drittgrößte Staat nach Alaska und Texas in den USA. Wenn Kalifornien ein Land wäre, läge es der Größe nach an 59. Stelle, zwischen dem Irak und Paraguay. Mit dem Mt. Whitney (4.418 m) liegt der höchste Berg der USA außerhalb Alaskas in Kalifornien. Am Fuß des Berges befindet sich der Ort Lone Pine, in dem jährlich ein bekanntes Filmfestspiel stattfindet. In etwa 100 Kilometer Entfernung befindet sich das Wüstengebiet Death Valley (Tal des Todes) mit dem niedrigsten Punkt der USA, Badwater, 85,5 m u.d.M. Death Valley hat seinen Namen in der Zeit der ersten Siedler an der Westküste bekommen, die nicht selten die Qualen von Hitze und Durst erleben mussten, wenn sie das „Tal des Todes“ durchquerten. Darüber hinaus gibt es in Kalifornien zahlreiche Naturparks und Strände unterschiedlichster Beschaffenheit. Zu den bekanntesten Parks zählt der Yosemite-Nationalpark.
Ausdehnung des Staatsgebiets
Kalifornien grenzt an den Pazifischen Ozean im Westen und an den mexikanischen Staat Baja California im Süden. Weiterhin bestehen Grenzen zu den Bundesstaaten Arizona im Südosten, Nevada im Osten und Oregon im Norden.
Gliederung
Zwei mächtige Gebirgszüge durchziehen Kalifornien von Nordwesten nach Südosten: das Küstengebirge im Westen und die Sierra Nevada im Osten. Dadurch wird das Land in sechs physisch unterschiedliche Teile aufgeteilt:
Zwischen den beiden Gebirgszügen liegt das Kalifornische Längstal (auch Sacramento- und San Joaquinbecken, nach seinen beiden Hauptflüssen), das zwischen 35° und 40° 40' nördlicher Breite liegt; das Gebiet ist etwa 77.000 km² groß.
Der Küstenstrich umfasst etwa 109.000 km²; die in den Küstenketten entspringenden Flüsse sind kurz und meist auch nur zur Regenzeit vorhanden: am bedeutendsten ist der bei Monterey mündende Salinas River, der Gayama (oder auch Santa Maria) und der Santa Ana River.
Das etwa 100.000 km² große Gebiet der Sierra Nevada im Osten des Staates, das nach Westen zu allmählich und nach Osten zu steil abfällt.
Das etwa 20.000 km² umfassende Flussbecken des Klamath River, nördlich des 41. Breitengrads gelegen, das rau und von tiefen Canyons durchzogen ist
Das Gebiet des großen, zwischen dem Columbia River, dem Colorado River und der Sierra Nevada liegenden Beckens auf der Ostseite, dessen kalifornischer Teil etwa 50.000 km² groß ist; es stellt eine ausgedörrte, wildzerklüftete Hochebene dar, in der im Inyo County das Death Valley liegt.
An der südwestlichen Grenze die Colorado-Wüste, die etwa 39.000 km² umfasst und der Rest einer ursprünglichen Meeresbucht ist, die jetzt bis zu 100 m unter dem Meeresspiegel liegt.
Klima
Das Klima in Kalifornien kann in drei Zonen eingeteilt werden:
An der Küste sind die Temperaturen durch den Einfluss des recht kühlen Pazifiks niedriger als im Innern des Landes. Im Norden gibt es oft regnerische Winter. Hinzu kommt im Sommer oft Nebel, der entsprechend für kühlere Temperaturen sorgt.
In Gebirgen wie der Sierra Nevada wird es im Sommer oft recht heiß, aufgrund der Höhenlage sinken die Temperaturen nach Sonnenuntergang jedoch schnell ab. Im Winter muss mit sehr großen Schneemengen gerechnet werden.
In der Wüste ist es das ganze Jahr tagsüber meist sonnig und warm, nachts kühlt es allerdings sehr stark ab.
Kalifornien ist auch bekannt als der „Fruchtgarten Amerikas“ (Fruit Belt), dessen Klima ideal für den Anbau von Trauben, Orangen, Zitronen und Avocados ist.
Bevölkerung
Kalifornien hat 36.457.549 Einwohner (Stand: U.S. Census 2006), davon sind 59,8 % Weiße, 35,9 % Hispanics, 12,3 % Asiaten, 6,2 % Schwarze und Afro-Amerikaner, 0,7 % Indianer, 0,4 % Hawaiianer. Es gibt 13.174.781 Haushalte.
Alters- und Geschlechterstruktur
Die Altersstruktur von Kalifornien setzt sich folgendermaßen zusammen:
bis 18 Jahre: 9.531.046 (26,1 %)
18 - 64 Jahre: 22.998.673 (63,1 %)
ab 65 Jahre: 3.927.830 (10,8 %)
Das Medianalter beträgt 34,4 Jahre. 50,0 % der Bevölkerung ist männlich und 50,0 % ist weiblich.
Abstammung
25% der Bevölkerung sind mexikanischer Abstammung. Mexiko ist das größte Herkunftsland der Kalifornier. Sie stellen die größte Gruppe innerhalb der Bevölkerung mit hispanischer/lateinamerikanischer Abstammung, die insgesamt 32,4% der Gesamtbevölkerung ausmacht.
Knapp 10,0 % der Einwohner sind deutscher Abstammung und stellen damit die größte Gruppe innerhalb der weißen Bevölkerung, die im Census 2000 59.5% der Gesamtbevölkerung ausmachten. Es folgen die Gruppen der Irisch- (7,8 %), Englisch- (7,1 %) und Italienischstämmigen (4,3 %).
Einwohnerentwicklung
Kalifornien ist seit 1965 der bevölkerungsreichste Bundesstaat der USA. Seither hat sich die Bevölkerung noch einmal mehr als verdoppelt, was neben der wirtschaftlichen Dynamik wesentlich auf die Änderung der Gesetze für die Einwanderung in die Vereinigten Staaten zurückzuführen ist.
Jahr Bevölkerung
1850 92.597
1860 379.994
1870 560.247
1880 864.694
1890 1.213.398
1900 1.485.053
1910 2.377.549
1920 3.426.861
1930 5.677.251
1940 6.907.387
1950 10.586.223
1960 15.717.204
1970 19.953.134
1980 23.667.902
1990 29.760.021
2000 33.871.648
Religion
Die mitgliederstärksten Religionsgemeinschaften im Jahre 2000 waren die Katholische Kirche mit 10.079.310, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage mit 529.575 und die Southern Baptist Convention mit 471.119 Anhängern. Jüdischen Gemeinden gehörten 994.000 Mitglieder an.
Politik
Gouverneur
Gouverneur des Bundesstaates ist seit 2003 der aus Österreich stammende ehemalige Filmschauspieler Arnold Schwarzenegger, der der Republikanischen Partei angehört.
Vertretung Kaliforniens im US-Kongress
Die amtierenden Senatorinnen des Staates sind Barbara Boxer, die tendenziell dem linken Flügel ihrer Partei zuzurechnen ist und die eher gemäßigte Dianne Feinstein. Beide gehören der Demokratischen Partei an.
Liste der US-Senatoren aus Kalifornien
Der Vorsitz des Repräsentantenhauses der Vereinigten Staaten, ein politisch einflussreiches Amt, ist seit Anfang 2007 einer kalifornischen Abgeordneten, der Demokratin Nancy Pelosi anvertraut. Sie vertritt den 8. Wahlkreis, der den nördlichen Teil von San Francisco abdeckt .
Partnerschaften
Der Freistaat Bayern ist Partnerland Kaliforniens.
Wirtschaft und Infrastruktur
Mit 13,5 % (2006) des jährlich erwirtschafteten Bruttoinlandprodukts (gross domestic product) ist Kalifornien der wichtigste Industrie- und Handelsstaat der USA. Als von den USA losgelöster Einzelstaat wäre Kalifornien weltweit die achtgrößte Wirtschaftsmacht nach den USA selbst, Japan, China, Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien. Das reale Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (engl. per capita real GDP) - der wichtigste Wohlstandsindikator - lag im Jahre 2006 bei USD 41.663 (nationaler Durchschnitt der 50 US-Bundesstaaten: USD 37.714; nationaler Rangplatz: 9). Nicht zuletzt der für die industrielle Landwirtschaft wetterbegünstigte Süden und das dortige Einzugsgebiet billiger mexikanischer Landarbeiter verhilft Kalifornien zu diesem Wohlstand. Große Anstrengungen erfordert jedoch die Wasserversorgung. Gewaltigen Stauseen an den Flüssen im Nachbarstaat Arizona, den Kanalbauten (mit Längen wie zwischen Hamburg und München) von Nord nach Süd und den Aquädukten von den östlich der Sierra Nevada gelegenen Seen und Schmelzwasser liefernden Bergschneegletschern kommt hier große Bedeutung zu. Da die Nachbarstaaten (Arizona, Nevada) ebenfalls von den ihnen zustehenden Naturressourcen schöpfen wollen, gerät die Landwirtschaft zunehmend unter Druck. Naturschutzauflagen vergrößern diesen weiter. Dennoch wird in Kalifornien eine intensive Landwirtschaft mit Anbau von Baumwolle, Gerste, Weizen, Mais, Reis, Hafer, Bohnen und Zuckerrüben betrieben. Von Bedeutung ist auch der Südfrucht- und Gemüsebau im kalifornischen Längstal mithilfe künstlicher Bewässerung sowie die Vieh- und Geflügelzucht und die Fischerei. Etwa 90% der gesamten Weinproduktion der USA stammen aus Kalifornien.
Kalifornien hat reiche Vorkommen an Bodenschätzen (u.a. Erdöl, Erdgas, Borsalze, Quecksilber, Magnesit, Gold) und verfügt über eine hoch entwickelte Industrie: Luftfahrt-, Raumfahrt-, Elektronik- und Computerindustrie (Silicon Valley), Fahrzeugbau, Nahrungsmittelindustrie, Hüttenwerke u.a. In Kalifornien befindet sich der Hauptsitz der amerikanischen Filmindustrie (Hollywood).